Sparkassenstiftung präsentiert Projekt Halterturm und Haus Theodora

Halterturm in Hainburg an der Donau

(Hainburg) Am 17.2.10 präsentierten die Vertreter der Sparkassen Hainburg Privatstiftung, Frau Dr. M. GRUBMÜLLER und Mag. W. RIEDL, der Öffentlichkeit in den Räumlichkeiten des Pfarrheimes die “Projektplanung HALTERTURM – Haus Theodora – Stadtmauer in Hainburg an der Donau”. Dabei geht es um die Konservierung und Neugestaltung des Teils der Stadtbefestigungsanlage, des Halterturms, die vollständig durch die Privatstiftung finanziert wird. Dr. Richard Kurt DONIN schrieb in seinem Buch HAINBURG aus dem Jahr 1931 auszugsweise im Kapitel “Die Stadtbefestigung” wie folgt (1:1-Abschrift):

“Hainburg hat wie keine zweite niederösterreichische Stadt ihre alten Mauern fast unversehrt erhalten. Denn auch die Städte Drosendorf, Eggenburg, Marchegg, Zwettl und Groß-Enzersdorf, die verhältnismäßig viel von der alten Befestigung in die Gegenwart retteten, reichen weder in der Geschlossenheit der Mauerzüge noch in dem Reichtum der erhaltenen Türme und Tore an Hainburg heran. Von anderen niederösterreichischen Städten, bei denen nur geringe Mauerreste oder einzelne Türme die einstige Wehrhaftigkeit bezeugen, wie z. B. Bruck a. d. Leitha, den beiden Waidhofen, Traismauer, Korneuburg, Tulln, Scheibbs, Klosterneuburg, Weitra, Perchtoldsdorf, Krems, Stein, Melk, Laa, Pöchlarn, Wiener Neustadt und anderen nicht zu reden. Nur die früher zum Vergleich herangezogenen Mauern Dürnsteins besonders in der östlichen Ausdehnung, können erfolgreich mit dem Mauergürtel unserer Stadt konkurrieren.

So soll sich der Platz vor dem HALTERTURM, Bestandteil der Befestigungs- und Wehranlage von Hainburg/D. der Öffentlichkeit nach den Arbeiten präsentieren

So soll sich der Platz vor dem HALTERTURM, Bestandteil der Befestigungs- und Wehranlage von Hainburg/D., der Öffentlichkeit nach den Arbeiten präsentieren

Wenn auch die Mauern Hainburgs außen nicht mehr vom Graben eingeschlossen sind und innen, nur streckenweise unverbaut, die seinerzeit vorgeschriebene Wallstraße erkennen lassen, so sind sie doch eigentlich nur an der Weststrecke durch die Baulichkeiten der Tabakfabrik auf einem etwas längerem Abschnitt unterbrochen. Hiebei ging allerdings auch der schöne, nach dem Grundriß der Franziszeischen Mappe rechteckige, bei Vischer noch sichtbare weiße Turm verloren, der vom Eisstoß oft beschädigt worden war. Ein zweiter Turm ist in dem Territorium der Tabakfabrik stark verbaut, ein anderer ins Blättermagazin einbezogen worden. Trotz dieser Veränderung besitzt Hainburg heute noch zwölf Türme und drei Tortürme, die Türme der Burg nicht mitgerechnet.


Merkwürdig ist, wie verschieden die Zahl der Türme bei einzelnen Autoren angegeben wird, vielleicht weil man verbaute Türme als solche nicht erkannte. Ja der sonst so genaue Lind beschreibt 1876, daß von den 13 Türmen im ganzen nur mehr sieben (!) erhalten seien. Aus einem Berichte des Zeugmeisters Bartholomäus Freyssleben um 1500 über die Kriegsausrüstung der Stadt und aus einer Jahresrechnung der Stadt vom Jahre 1545 erfahren wir auch die alten Namen der dreizehn Türme: den schon erwähnten weißen Turm, ferner den Schützenturm, Götzenturm, Metzgerturm, roten Turm (“rattenthurn”), Hungerturm, Menturm, Kreusturm, Judenturm (vielleicht der zweite Turm südöstlich vom Ungar-Tor, der heute Halterturm heißt, an den einst der Judenfriedhof grenzte oder der Turm bergwärts vom Wienertor, bei dem Judenhäuser standen), Heltenturm, Geschwentsturm, Klosterturm (wohl der Turm donauwärts vom Wienertor, der in der Nähe des zweiten Baues des Minoritenklosters stand) und den Winkelturm. Die drei Tortürme werden der Wienerturm, der Ungarturm und der Torturm (wahrscheinlich der Turm mit dem Fischertor) genannt.”

Zustand im Februar 2010 im Bereich des HALTERTURMES und des Hauses THEODORA

Zustand im Februar 2010 im Bereich des HALTERTURMES und des Hauses THEODORA

Nach der Begrüßung des zahlreich gekommenen Publikums durch Dr. GRUBMÜLLER nahm Prof. Dr. W. JOBST (Landesarchäologe) die Vorstellung des Planverfassers, der Firma TEXNH SRL, vertreten durch Ing. Rita PIRAS, vor und zeigte an Hand einer Power-Point-Präsentation bereits umgesetzte Bau- und Rekonstruktionsvorhaben historisch ebenso bedeutsamer Projekte auf. Den Verantwortlichen war es ein offensichtliches Anliegen, der Bevölkerung die Kompetenzen und Fähigkeiten des italienischen Unternehmens, das laut Angaben bereits seit über 10 Jahren für das Land Niederösterreich tätig ist, aufzuzeigen und unter Beweis zu stellen. JOBST unterstrich, wie auch DONIN in seinem Buch, die Bedeutung und Wichtigkeit der historischen Baudenkmäler in Hainburg/D. und betonte, daß diese Stadt die vollständigste und am besten erhaltene Stadtmauer in ganz Europa besitzt.

Gegenüberstellung zur obigen Fotografie: Aus dem Blickwinkel eines Touristen, der sich auf dem künftig begehbaren Wehrgang befindet

Gegenüberstellung zur obigen Fotografie: Aus dem Blickwinkel eines Touristen, der sich auf dem künftig begehbaren Wehrgang befindet

Wie die Vertreter der Sparkassen Privatstiftung Hainburg verlautbarten, will die Stiftung auch mit diesem Projekt einen weiteren Beitrag leisten, das Kulturerbe zu erhalten und das Zentrum von Hainburg attraktiver zu gestalten.

Seitens des Planungsbüros, Frau PIRAS wurde dann auch mittels Zeichnungen und Fotoaufnahmen Details der Umsetzung erläutert. Der Methode für die Revitalisierung des Halterturms sind Aspekte vorangestellt wie:


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