Altspeiseöl-Entsorgung in BIO-Tonne hinterließ unappetitliche Spuren im Zentrum

Öl-Kontaminierung der Straße

(Hainburg) Am Vormittag des 27. April 10 wurden Passanten auf der Wiener Straße (B9) im Stadtzentrum von Hainburg (NÖ) Zeugen eines eher ungewöhnlichen Ereignisses, das durch Geruchsbelästigung bemerkbar wurde, bevor man zur „Unglücksstelle“ kam. Im angrenzenden Bereich eines Gastronomiebetriebes waren zwei Bedienstete der städtischen Verwaltung mit einem Sonderfahrzeug mit Reinigungsarbeiten der Straße beschäftigt. Fußgänger auf dem Gehsteig mußten aufpassen, daß sie nicht zu Sturz kamen, weil der Gehsteig derart schmierig war. Ein Mann des städtischen Reinigungstrupps gab auf Befragen an, daß aus einer Bio-Tonne eines Lokales im erheblichen Maße altes Speiseöl ausgeronnen sei. Dieses kontaminierte in Folge Gehsteig und Fahrbahn.

Laut Auskunft der Stadtverwaltung erfolgte die Verständigung durch eine Anrainerin, die durch die starke Geruchsbelästigung auf das Ereignis aufmerksam wurde. Die Bauabteilung veranlaßte unverzüglich die Reinigung, wobei das Unterfangen einer mit Öl kontaminieren Straße kein leichtes Unterfangen darstellt. Die Reinigungskosten in Höhe von 160.- € wurden dem Gastronomiebetreiber in Rechnung gestellt.

Der Gemeindeverband für Abfallbehandlung Bezirk Bruck/Leitha (GABL) teilt auf Anfrage mit, daß allen Bürgern inkl. der Gewerbebetriebe ein sogenannter „gastro-NÖLI“ mit einem Fassungsvolumen von 26 Litern zur Verfügung steht. Dieser Sammelbehälter für altes Speiseöl wird gegen den einmal zu entrichtenden Betrag von 7.- Euro abgegeben. Nutzer des Behälters können diesen dann auf den Sammelzentrum der jeweiligen Kommune abgeben und erhalten im Austausch einen Gereinigten zur Wiederbefüllung.

Der "gastro-NÖLI" - Foto zur Verfügung gestellt vom GABLDer „gastro-NÖLI“ – Foto zur Verfügung gestellt vom GABL

Auszug aus der Informationsfolder des GABL zur Speiseöl/-fett-Sammlung:

Altes Speiseöl/-fett kann sinnvoll verwertet werden. Voraussetzung dafür ist die getrennte Sammlung und ordnungsgemäße Entsorgung, zu der jeder private Haushalt und jeder Gastronomiebetrieb verpflichtet ist.

Der Geschäftsführer des GABL, Raimund HOLCIK, teilt im Zusammenhang mit der Einbringung von altem Speiseöl in derartigen Mengen in die Bio-Tonne und den aufgetretenen Folgen, wie folgt mit:

Es war alles völlig unnötig, es ist nicht einsehbar, daß so etwas passiert … in den nächsten Tagen bekommt der Verursacher von uns einen Brief.

HOLCIK erklärt auch, daß der Gestank durch auftretende Fäulnisbildung entsteht, wenn altes Speiseöl sich mit anderen biogenen Abfällen vermischt.

Der Gastronomiebetreiber war bis zur Veröffentlichung des Artikels für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wir erfuhren bei unserem Anruf, daß heute Ruhetag wäre und der Chef nicht erreichbar sei  – hinterließen unsere Rückrufnummer.

Mit der Geruchsbelästigung ist auch noch in den nächsten Tagen zu rechnen. Die Fahrbahn der B9 ist derzeit noch auf einer Länge von etwa 80m mit einer Spur von Ölrückständen versehen. Die möglicherweise schadhafte Bio-Tonne mit darin enthaltenen Speiseölrückständen befindet sich auch noch am Tag nach dem Ereignis am Gehsteig abgestellt.

altes Speiseöl mit anderen biogenen Abfällen vermischt - Innenansicht der BIO-Tonnealtes Speiseöl mit anderen biogenen Abfällen vermischt – Innenansicht der BIO-Tonne

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