Politischer Umsturz in Bad Deutsch Altenburg – kommt Windholz-City, geht Gittel?

Ernest Windholz

(Bad Deutsch Altenburg) Am 15.4.10 fand in Bad Deutsch Altenburg die Mitgliederversammlung der SPÖ statt. In dieser wurde laut Angaben unser Quellen festgelegt, daß die SPÖ mit der unter Federführung von Ernest WINDHOLZ stehenden Liste TEAM ALTENBURG eine Koalitionsregierung bilden wird. Am Montag, den 19. April um 18 Uhr sollen in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates WINDHOLZ zum Bürgermeister und Natascha PERGER (SPÖ) zur Vizebürgermeisterin gewählt werden. Auffällig, daß WINDHOLZ mit fünf Mandaten als Ergebnis der Gemeinderatswahl im März Mandatsgleichstand mit der ÖVP hat, die SPÖ besitzt sieben Mandate und soll dennoch nur den Vizebürgermeister stellen. Doch welch seltsame Gegebenheiten führen dazu, daß sich der BZÖ-Nationalratsabgeordnete noch die Besetzung eines zweiten geschäftsführenden Gemeinderates aushandelte? Die SPÖ Bad Deutsch Altenburg, der nach dem Wahlergebnis zwei geschäftsführende Gemeinderäte zustehen, soll eine Position durch WINDHOLZ mit einem Mandatar vom TEAM ALTENBURG besetzen. Die Verhandlungen zwischen SPÖ und TEAM ALTENBURG führten seitens der SPÖ Hans WALLOWITSCH und Natascha PERGER. Ob die wirtschaftliche Beziehung zwischen Familie PERGER, die einen Weinkeller von WINDHOLZ gepachtet oder gemietet hat, um dort einen Heurigenbetrieb zu unterhalten, eine Rolle spielte kann derzeit nicht gesagt werden. Frau PERGER war für eine Stellungnahme leider nicht erreichbar.

Betrieb von PERGER im Objekt von WINDHOLZBetrieb von PERGER im Objekt von WINDHOLZ

Politischer Schachzug ohne Garantien – Bürgermeisterwechsel nach 2 ½ Jahren

Die Verhandlungen zwischen TEAM ALTENBURG und SPÖ beinhalteten auch den Wechsel der Bürgermeisterposition nach 2 ½ Jahren. Demnach soll WINDHOLZ zur Hälfte der Amtsperiode als Bürgermeister sein Amt zurücklegen und PERGER nachrücken. Er würde dann für den Rest der Legislaturperiode das Vizebürgermeisteramt bekleiden.

Fragwürdiges zur ÖVP Verhandlungstaktik

Laut Angaben des noch derzeit amtierenden Bürgermeisters, Reg.Rat Josef GITTEL (SPÖ), hat dieser sich bereits am Tag nach der Gemeinderatswahl erstmalig mit ÖVP-Vertreter Franz PENNAUER getroffen, um Gespräche zur Koalitionsbildung einzuleiten. PENNAUER würde hingegen kolportieren, daß kein Gespräch stattgefunden hätte. Erst einige Zeit später, nach Ostern, hätte es Verhandlungen gegeben.

Bürgermeister GITTL würde nach der konstituierenden Sitzung zurücktreten

Reg.Rat Josef GITTEL

Zu der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates in Bad Deutsch Altenburg wird GITTEL zur Wahl des neuen Bürgermeisters den Altersvorsitz übernehmen. Nach Schließung der Sitzung kündigt uns gegenüber der Politiker an, der 40 Jahre im Gemeinderat als Mandatar tätig war und 10 Jahre das Amt des Bürgermeisters ausübte, sein Mandat und den Parteivorsitz zurücklegen. Enttäuscht darüber, daß sich die SPÖ von WINDHOLZ „über den Tisch ziehen ließ“ sagt GITTEL im Interview wie folgt:

Diese Entwicklung hat sich die ÖVP zuzuschreiben, weil sie die Koalitionsgespräche lange aufgeschoben hat. Herr Pennauer hat sich in Wirklichkeit bereits am Tag nach der Gemeinderatswahl mit mir getroffen um die zukünftige Vorgangsweise zu besprechen. In der Öffentlichkeit hingegen behauptete die ÖVP, man hätte sie nicht zu Gesprächen eingeladen. Es ist zu befürchten, daß Windholz die SPÖ wie bei den Koalitionsverhandlungen über den Tisch ziehen wird. Es gibt keinerlei Garantie, daß er nach 2 ½ Jahren das Amt des Bürgermeisters abgibt. Es ist anzunehmen, daß nach dem Deal mit Windholz die SPÖ in Bad Deutsch Altenburg in Bedeutungslosigkeit versinkt und viele Jahre der positiven Arbeit zunichte gemacht werden.

Ob sich die Bürger von Bad Deutsch Altenburg bei ihrem letzten Urnengang ein derartiges Resultat, bei dem sich eine Mandatsstärkste SPÖ in die Knie zwingen ließ, so vorgestellt haben, ist zu bezweifeln. Mit Ernest WINDHOLZ, der mit fragwürdigen Vorfällen (12) in der Vergangenheit in Verbindung steht, an der Spitze einer Kommune in Zeiten ständiger Geldknappheit entgegenzusteuern, kann sich als gewaltiges Eigentor entpuppen. Mit Bedarfszuweisungen und Subventionen für die öffentliche Hand ist wohl eher nicht zu rechnen, allerdings werden die Geschicke des Profi und Ex-Politikers der FPÖ nicht zu seinem eigenen persönlichen Nachteil erwachsen. Auf (ÖVP)Bezirks- und Landesebene steht man laut vertraulichen Quellen einer Wahl von WINDHOLZ jedenfalls ablehnend gegenüber.

Spannend bleibt es allerdings bis zu seiner möglichen Bürgermeisterwahl am kommenden Montag, denn Hermann TERSCINAR (Liste WIR ALTENBURGER) fällt wegen eines bereits länger gebuchten Urlaubes für die Abstimmung aus, die fünf ÖVP-Vertreter werden erwartungsgemäß gegen WINDHOLZ voten und FPÖ-Vertreter Markus KEPRT teilt auf Anfrage mit, daß WINDHOLZ keinesfalls deren Unterstützung erhält, weil diese Wahl völlig entgegen dem Wählerwillen sei. Somit bedarf es für die Wahl von WINDHOLZ der Stimmen von 5 SPÖ-Mandataren, die aus unserer Sicht alles andere als sicher wären.

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