Tri-Tra-Trallala, der Verkehrskasperl ist schon wieder da – 2. Akt

(Hainburg – NÖ) Gestern berichteten wir darüber, daß im Zuge einer Straßensanierung im Stadtgebiet von Hainburg/Donau am Pfaffenbergweg Zustände durch Verkehrsbeschränkungen existieren, die jeglicher Vernunft entbehren. Fahrzeuglenker stehen beispielsweise unerwartet von der Carnuntumstraße kommend vor einem Allgemeinen Fahrverbot und dürfen dann entweder umkehren oder im schlimmsten Fall in der Botanik enden, je nach Wahl des Weges.

Eine Verkehrsumleitung führt den Fließverkehr direkt durch eine Wohnstraße - ein BravourstückEine Verkehrsumleitung führt den Fließverkehr direkt durch eine Wohnstraße – ein Bravourstück

Obwohl uns das Stadtamt gestern eine Überprüfung zusagte und eine ordnungsgemäß geführte Umleitung in Aussicht stellte, hatten wir aus reiner Erfahrung so unsere Zweifel darüber, daß sich jetzt wirklich alles zum Besten wenden würde. Bereits um 14:30 Uhr trafen wir dann an der Örtlichkeit auf die erweitert gesetzten Verkehrsleitmaßnahmen, die wie folgt beinhalteten:

Eine rechtswidrige Umleitung im unteren Bereich des Pfaffenbergweges, da diese Umleitung den Verkehr direkt in eine Wohnstraße führt. § 76b der Straßenverkehrsordnung regelt den Verkehr für und in Wohnstraßen auszugsweise wie folgt:

In einer solchen Wohnstraße ist der Fahrzeugverkehr verboten; ausgenommen davon sind der Fahrradverkehr, das Befahren mit Fahrzeugen des Straßendienstes, der Müllabfuhr, des öffentlichen Sicherheitsdienstes und der Feuerwehr in Ausübung des Dienstes sowie das Befahren zum Zwecke des Zu- und Abfahrens.“

Die Umleitungsstrecke: Mit Vollgaß durch die Hubertusstraße = eine Wohnstraße = keine Durchfahrt gestattetDie Umleitungsstrecke: Mit Vollgaß durch die Hubertusstraße = eine Wohnstraße = keine Durchfahrt gestattet

Klartext: Die Stadtverwaltung leitete den Verkehr entgegen der geltenden Gesetze durch eine Wohnstraße. Das ist mit Sicherheit für den mittlerweile zum Gruppeninspektor (nach 25 Dienstjahren) ernannten Polizeibeamten F.S. aus Hainburg ein gefundenes Fressen. Der ist nämlich der Spezialist dafür, wenn es darum geht möglichst unbemerkt reihenweise Fahrzeuglenker anzuzeigen und sein Markenzeichen stets die Angabe: „Eine Anhaltung war verkehrsbedingt nicht möglich“. (siehe Beispiel: 1 | 2).

Die Planlosigkeit einer Umleitung - hier im oberen Baustellenbereich des Pfaffenbergweges am 24.8.09 14:30 Uhr. Dem Allgemeinen Fahrverbot wurde nun die UMLEITUNG hinzugefügtDie Planlosigkeit einer Umleitung – hier im oberen Baustellenbereich des Pfaffenbergweges am 24.8.09 14:30 Uhr. Dem Allgemeinen Fahrverbot wurde nun die UMLEITUNG hinzugefügt

Kommen die Fahrzeug über den oberen Bereich, der Carnuntumstraße zur Baustelle Pfaffenbergweg und dem Allgemeinen Fahrverbot wurde auch an dieser Stelle eine Umleitungstafel augestellt. Der Fahrzeuglenker hat dann die Wahl dem umgeleiteten Straßenverlauf, dem Weingartenweg zu folgen, was für größere Kraftfahrzeuge äußerst unangenehm enden kann, da die Straße immer enger wird, bis eine PKW-Breite verbleibt die auf einer teilweise unbefestigten Buckelpiste ihre Fortführung findet. Das Mitführen eines Anhängers kann auf diesem Straßenverlauf im Stillstand mit erforderlichen Feuerwehreinsatz enden. Alternative: Fahrzeuglenker biegen nach links in die Wohnstraße ab, was während unserer Beobachtungen auch tatsächlich der Praxis entspricht. Mit dem Attribut, daß der Lenker wegen Durchfahrens der Wohnstraße von der Polizei, respektive von oben angeführten Spezialisten belangt werden kann.

Der Effekt der Plan- und Verantwortungslosigkeit: Fahrzeuglenker durchfahren die Wohnstraße - die Anrainer danken der StadtverwaltungDer Effekt der Plan- und Verantwortungslosigkeit: Fahrzeuglenker durchfahren die Wohnstraße – die Anrainer danken der Stadtverwaltung

Es wäre so einfach gewesen, die Verordnung zur „Wohnstraße“ vorübergehend aufzuheben und den Verkehr so ordnungsgemäß umzuleiten. Der Zustand ist eindeutig rechtswidrig. Aber das war noch nicht alles – das Kasperltheater geht weiter, wie Sie im 3. Akt in Kürze lesen können. Und nicht vergessen: Bürgermeister Karl KINDL (ÖVP) ist Polizeibeamter.

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