Wozu ein Tag der offenen Türe der Bezirkshauptmannschaften in Niederösterreich?

Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha

Diese Frage stellt sich so mancher Bürger, und wir meinen sie in diesem Artikel einfach beantworten zu können: Es gibt Politiker, die sich doch tatsächlich mit dem Gedanken spielen, diese wichtigen Knotenpunkte zwischen Bürger und verwaltenden Stellen des Landes einsparen zu wollen. Nicht auszudenken, welche Folgen dies für die Menschen und oftmals Hilfesuchenden hätte. Für Viele oftmals schon ein aufwendiges Unterfangen innerhalb ihres politischen Bezirkes zu der für sie zuständigen BH zu gelangen; nicht vorstellbar, wenn es beispielsweise pro Landesviertel nur ein zuständiges Monsteramt gäbe, in dem wahrscheinlich sogar Nummern gezogen werden müßten, bis man an die Reihe käme mit stundenlanger Wartezeit.

Vertreter des Sozialreferates Besucher & Gäste auf der BH Bruck/Leitha

li: Vertreter des Sozialreferates | re: Gäste und Besucher auf der BH Bruck/Leitha

Landeshauptmann PRÖLL, zugegebenermaßen ein Politiker, der ein exzellenter PR-Stratege ist, hat den Tag der offenen Türe an den NÖ Bezirkshauptmannschaften für den 27. November ausgerufen. Und dies aus unserer Sicht zu Recht. Die Bezirksverwaltungsbehörden werden von den Bürgern als Selbstverständlichkeit angesehen. Berührungspunkte der Menschen mit dieser Behörde finden sich unterschiedlich, aber stets nur auf Themen bezogen, mit denen sie selbst konfrontiert sind. Aber wer weiß denn schon tatsächlich, wie umfassend das Aufgabengebiet dieser Einrichtung ist? Und wen interessiert es denn? Es sollte uns aber interessieren, denn wenn wir die Bedeutung, Inhalte und das Naheverhältnis der für uns zuständigen Abteilungen, die auch mit Menschen aus unserer Region besetzt sind, nicht erkennen und zu schätzen lernen, dann wird, wie SCHOPENHAUER sagte, erst ihre Abschaffung im Zuge von fast wahnwitzigen Einsparungsintensionen, deren Bedeutung lehren. Aber dann wird es zu spät sein.

Landesrätin Dr. Petra Bohuslav als Ehrengast bei Bezirkshauptmann Dr. Martin Steinhauser

Landesrätin Dr. Petra Bohuslav als Ehrengast bei Bezirkshauptmann Dr. Martin Steinhauser

Tag der offenen Türe auf der BH Bruck/Leitha Bezirkshauptmann-Stellvertreterin Mag. Verena Sonnleitner

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Die Bezirkshauptmannschaft Bruck an der Leitha, an ihrer Spitze mit Dr. Martin STEINHAUSER und seiner Stellvertreterin, Mag. Verna SONNLEITNER, öffneten mit ihrer Mannschaft am Samstag der vergangenen Woche ihre Pforten, und ließen die Bürger Eindrücke gewinnen. Von Abteilung zu Abteilung konnten die Gäste Einblicke nehmen, wurden an Schwerpunktständen informiert, ihnen historische Dokumente gezeigt und Aufgabenbereiche vor Augen geführt. Von allen Referaten waren Vertreter anwesend, und abseits des durchschnittlichen Arbeitsalltages war Zeit für Gespräche und Auskünfte. Auch wurde für das leibliche Wohl gesorgt. Aus dem ganzen Bezirk kamen politische Vertreter, weil Regionalpolitiker sehr wohl wegen ihrer eigenen Tätigkeit in Kenntnis des umfassenden Aufgabenbereiches sind und mit einem Besuch Respekt und Achtung für diese Arbeit zum Ausdruck bringen. Die Anzahl der Bürger war aus unserer Sicht nicht wirklich beeindruckend. Mit einem Besuch am Tag der offenen Tür der Bezirkshauptmannschaft haben wir Bürger aber auch die Möglichkeit zu bekunden, wie sehr uns an deren Fortbestand liegt.

Beispiel der Schaustücke - Kennzeichentafeln der vergangenen Jahrzehnte

Beispiel der Schaustücke – Kennzeichentafeln der vergangenen Jahrzehnte

Dr. Erwin PRÖLL verlautbarte über den Landespressedienst am 29. November Rund 5.000 Besucher beim Tag der offenen Tür an den NÖ Bezirkshauptmannschaften. Im Bundesland existieren 21, und diese Besucheranzahl entspricht im Durchschnitt nur 238 Gäste pro Bezirksverwaltungsbehörde. Wenn ein Supermarkt neu eröffnet, kommen pro Standort manchmal Tausende. Man sollte darüber nachdenken, ob eine von vielen Bürgern als Selbstverständnis angesehene Einrichtung nicht mehr Besucher verdient hätte … Und bevor Politiker Bezirksverwaltungsbehörden wegrationalisieren wollen, empfehlen wir, den Bundesrat abzuschaffen. Denn dieses Gremium hat real keine durchschlagenden Befugnisse und Kompetenzen, jedoch ehemalige Mitglieder, die sich dann auf ihre Visitkarten groß und breit „Bundesrätin a.D.“ aufdrucken lassen.

Die Bürgermeister Ernest Windholz (Bad Deutsch Altenburg) und Herbert Mihaly (Au/Leithaberge) im Gespräch Das Bezirkspolizeikommando Bruck/Lietha informiert

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