LIDL-Markt Kassiererin: “Die Kollegen sitzen schon seit 1½ Stunden hinten”

LIDL Markt - mangelndes Personalmanagement verursacht zusätzlichen Druck auf Dienstnehmerin(Hainburg) Ein Einkauf Samstag zu Mittag in der Filiale der Lidl Austria GmbH in Hainburg/D. Als Konsument auf der Suche nach einer Dose Thunfisch. Das Produkt kann im Markt nicht gefunden werden. Deshalb die Ausschau nach einer/em Beschäftigten in blauen Mäntelchen mit dem gelben Firmenlogo. Jedoch auch diese können im gesamten Diskont-Markt ebenso nicht vorgefunden bzw. angetroffen werden. Einzige Ausnahme: Eine offensichtlich gestreßte, jedoch sichtlich bemühte Kassiererin. Um zu dieser zu gelangen, erfolgte ein Marsch quer durch den LIDL. Wartend darauf, daß sie den Kunden, der gerade bezahlt, abkassierte – man spricht eine Kassiererin nicht an, während Geld den Besitzer wechselt – dann die Frage nach Thunfisch in Dose. Die Dame bemüht und freundlich: „Thunfisch ist derzeit leider nicht lieferbar.“ Das ist, wenn auch mit Verwunderung, einfach zur Kenntnis zu nehmen.

Der Einkauf ist vollständig, Anstellen an der Kassa folgt – Geduld ist gefordert, wie gesagt Samstag gegen Mittag, nur eine Kassa besetzt. Es ist viel Betrieb. An der Kasse teilt dann die nette Dame, die offensichtlich geistig zwischen Kundenanfragen und Kassendienst hin- und herspringen muß, etwas aufgebracht mit:

Ich bin alleine – die beiden Kollegen sitzen schon seit 1 ½ Stunden hinten.

Unsere Antwort: „Aha – soll ich Sie Ihnen vielleicht holen?“- sie lehnt dankend ab, meint dann nur, auch für 1 ½ Stunden „nach hinten“ verschwinden zu wollen. Aufgrund der Gestik und Mimik ist diese Äußerung jedoch eindeutig als Scherz einer offensichtlich zu Recht frustrierten Dienstnehmerin des LIDL zu werten.

Stellungnahme der LIDL Austria GmbHKann es tatsächlich sein, daß an einem Samstag Mittag, wo brachenbekannt in Supermärkten das Wochenendgeschäft in vollem Gang ist, eine Beschäftigte alleine den Laden zu schupfen hat, während zwei „Kollegen“ „hinten sitzen“? Diese Frage sollte uns das Sekretariat der LIDL Austria GmbH doch beantworten können. Ein Herr SCHILLER, Niederlassungsleiter, teilt in der Beantwortung der Anfrage mit, daß tatsächlich der Thunfisch zur Zeit nicht im Sortiment ist, bietet zeitgleich an, uns bei Bedarf zu informieren, wenn dieser wieder erhältlich sein würde. Doch der Thunfisch ist irrelevant, es geht um die Klärung des Personaleinsatzes – und zu diesem Punkt erreicht uns folgende Mitteilung (Auszug):

Zur Situation an der Kassa kann ich Ihnen mitteilen, dass wir den Vorfall natürlich geprüft haben. Es waren an diesem Tag Vorbereitungsarbeiten für den am Samstag nach Geschäft beginnenden Umbau der Filiale durchzuführen, die die Anwesenheit der Filialleiterin und einer weiteren Mitarbeiterin im Filiallager erforderten.

Es ist selbstverständlich unser Ziel, unsere Kunden rasch an der Kassa zu bedienen und gleichfalls durch einen entsprechenden Personaleinsatz den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.

Die Tatsache, dass dies in besagter Situation mißlungen ist, bedauern wir. Wir werden diesen Anlaßfall gerne aufnehmen, um unsere Filialmitarbeiter zur Thematik „richtige Kassenbesetzung“ zu schulen. Abschließend möchte ich aber nicht versäumen, dass natürlich unsere Mitarbeiter an der Kassa die Möglichkeit haben, durch Bedienen der Kassenglocke eine zweite Kasse zu öffnen, sodass der Mitarbeiter nicht notwendiger Weise nach den anderen Mitarbeiter suchen muß.

Faksimile aus der Stellungnahme von Herrn Schiller der LIDL Austria GmbH

Faksimile aus der Stellungnahme von Herrn Schiller der LIDL Austria GmbH

Umbauarbeiten nach Geschäftsschluß im LIDL am Samstag um 17:00 Uhr wurden ins Treffen geführt

Umbauarbeiten nach Geschäftsschluß im LIDL am Samstag um 17:00 Uhr wurden ins Treffen geführt

So Herr SCHILLER der LIDL Austria GmbH – Betrachtet man jedoch das Verhalten und die Aussage der LIDL-Beschäftigten, steht man vor einer noch bedeutenderen Frage: Wenn tatsächlich die beiden anderen LIDL-Beschäftigten mit Vorbereitungsarbeiten für einen Lokalumbau beschäftigt waren, warum hätte die Kassiererin dann nicht einfach gesagt, daß parallel solche stattfinden? Will man die Konsumenten für dumm verkaufen, indem man ihnen weismachen will, daß nicht einmal eine Handvoll Personal (das in einem Markt zeitgleich beschäftigt ist) weiß, wenn derartige Arbeiten vorgenommen werden? Wir wissen nicht, ob tatsächlich solche Arbeiten dann am Samstag nach 17 Uhr stattgefunden haben oder nicht, doch eines mit Sicherheit: Wenn an einem Samstag Mittag für alle Konsumenten eines Supermarktes mit einigen Hundert Quadratmetern Fläche nur eine einzige Beschäftigte zur Verfügung steht, die zusätzlich an die Kassa gebunden ist, dann ist dies auf mangelhaftes Personalmanagement zurückzuführen, den Konsumenten und der Kassiererin gegenüber Rücksichtslos und dies gänzlich unabhängig davon, ob nach Ladenschluß um 17 Uhr nun Umbauarbeiten stattfinden oder nicht.

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082711

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