Fusion BLH und Hainburger Initiative – Chance auf Kernfusion der Bürgerlisten

(Hainburg) Bei der Betrachtung der Lokalpolitik gilt es grundsätzlich zwischen essentiellen Merkmalen der etablierten „Großparteien“ und Gruppierungen zu differenzieren, die sich aus un- und überparteilichen Menschen zusammensetzen. Großparteien wie ÖVP, SPÖ, GRÜNE und andere Parteien, die mit dunkleren Farben im Volksmund bezeichnet werden, besitzen eine straff organisierte Struktur im Rücken, die es quasi im elektronischen Zeitalter des Internet ermöglicht, auf Knopfdruck Hilfestellungen geben zu können. Fragen des Gemeindewesens, der Gemeindeordnung, bis hin zu Förderungen können mit einschlägigen Referenten rasch und unbürokratisch einer Klärung zugeführt oder Informationsbeschaffung betrieben werden. Die Bürgerlichen hingegen sind auf ausschließliches Eigenengagement angewiesen. Keine Parteimaschinen liefern kontinuierlich Sach- und Zweckdienliches, um die Arbeit auf kommunaler Ebene zu unterstützen und zu erleichtern. Umso mehr ist die Bereitschaft Einzelner, die sich bereit erklären, dem allgemeinen Wohl in der Gemeindearbeit als Gemeinderat dienen zu wollen, anzuerkennen und zu begrüßen. Die Tätigkeit eines Gemeinde- oder Stadtrates, der seine/ihre Tätigkeit allerdings nicht nur darauf beschränkt, zusätzlich unter ggf. existierendem Fraktionszwang bei Sitzungen einfach bei Abstimmungen die Hand zu heben, wird oftmals sehr unterschätzt. Eine Amtsausübung auf alleiniges Handheben beschränkt, degradiert ihn/sie lediglich zum Empfänger einer Aufwandsentschädigung und Konsumenten des Dargebotenen bei Veranstaltungen …

Vizebürgermeister Paul PAGACS im Pressegespräch zur Fusion der BLH und HIPaul Pagacs

Die schon seit Jänner 1985 nach der Hainburger-Au-Besetzung existierende Bürgerliste Hainburg (BLH) unter Paul PAGACS und die erst 2005 gegründete Hainburger Initiative (HI) unter Ing. Robert TÜRK haben bei einer Presseveranstaltung die Fusion der beiden überparteilichen Bürgerlisten unter der Bezeichnung LISTE HAINBURG verlautbart und vorgestellt.

Gemeinderat Ing. Robert TÜRK im Pressegespräch zur Fusion der HI und BLHIng. Robert Türk

Wir haben als unabhängiges Medium sowohl PAGACS als auch TÜRK Fragen gestellt, um Antworten darauf zu erhalten, warum Bürger der Stadt der LISTE HAINBURG bei den kommenden Gemeinderatswahlen am 14.3.2010 ihr Vertrauen geben soll. Dies deshalb, weil die BLH real als 2-Mann-Betrieb in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, trotz der Innehabung von vier Mandaten, und die HAINBURGER INITIATIVE, bald nach den letzten Wahlen ins Nichts abdriftete.

Hier hören Sie die Auszüge des Interviews:

Resümee: Die Unzufriedenheit der Bürger, und dies betrifft keineswegs nur die Stadt Hainburg, sondern ist weitläufig über die Grenzen hinaus wahrzunehmen, mit dem Establishment, den herrschenden Großparteien, spiegelt sich in der sogenannten Politikverdrossenheit, wo Postenschacher, Mißwirtschaft, Freunderlwirtschaft und Korruption allgegenwärtig ist, wieder.

Gelingt es beispielsweise in der Fusion der beiden Gruppen mit der LISTE HAINBURG eine Mandatsstärke zu erreichen, die es dann obligatorisch mit sich bringen würde, daß ihr die aktive Teilnahme an Ausschüssen nicht mehr verwehrt werden kann, würde das Spektrum der Meinungen unpolitisch orientierter Vertreter der Bürger zu einem wesentlich höheren Anteil bei Entscheidungsfindungen Einzug finden und auch mehr Transparenz der Gemeindepolitik zur Folge haben.

Ob die Kernverschmelzung von BLH und HI zu einem einzelnen Lichtblitz führen wird, oder ein gleißendes Dauerlicht zur Folge haben wird, bleibt abzuwarten, jedenfalls ist eine Pluralität in der Gemeinderatspolitik immer begrüßenswert – wie hieß es vor einigen Jahren in einem anderen Wahlkampf: „Macht braucht Kontrolle“ und die Großen kontrollieren sich nicht wirklich, wie die Praxis zeigt(e) …

Für die LISTE HAINBURG kandidieren zur Gemeinderatswahl 2010 folgende Personen:

  1. PAGACS Paul (1953)
  2. Mag. TÜRK Robert ((1961)
  3. KUBITSCHEK Anne-Marie (1966)
  4. GRUBMÜLLER Josef (1931)
  5. Ing. MÖRBAUER Gerhard (1963)
  6. KOSNAC Rudolf (1975)
  7. WEBER Paul Peter (1965)
  8. DEMUTH Sandra (1979)
  9. PAGACS Sandra (1975)
  10. MORITZ Werner (1953)
  11. FISCHER Rosalia (1951)
  12. Dr. GRUBMÜLLER Miroslava (1947)
  13. Dr. PROKSCH Christoph (1950)
  14. BA KALTENBRUNNER Sybille (1979)
  15. WAGNER Alexandra (1971)
  16. Dr. AKLADIOUS Mofeed (1952)
  17. Ing. TÜRK Stefan (1937)
  18. SCHÖDINGER Martina (1967)
  19. FISCHER Walter (1949)
  20. MORITZ Heidelinde (1956)
  21. RITTER Erwin (1960)
  22. BINDONI Erika (1928)
  23. GRAF Gertrude (1960)
  24. HAUMER Dirk (1940)
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