Von der Armut und herrschenden Gesellschaftssystemen

Bei diesem geöffneten Alttextilbehälter suchte die Frau mit ihrem Kind nach KleidungBei diesem geöffneten Alttextilbehälter suchte die Frau mit ihrem Kind nach Kleidung

(Hainburg – NÖ) Erst vor drei Wochen konnten wir beobachten, wie sich Menschen bei Restmülltonnen von einem Supermarkt um eßbare Abfälle stritten, teilweise sogar gewalttätig. Gestern offenbarte sich im Stadtgebiet von Hainburg ein weiteres Beispiel, das die Armut und das soziale Ungleichgewicht aufzeigte. Eine 30- bis 40jährige Frau war in Begleitung eines etwa 5jährigen Kindes und suchte bei und in einem geöffneten Alttextilsammelbehälter passende Kleidung. Wir wollten ursprünglich den Straßenzug durchfahren, als wir der beiden Personen ansichtig wurden, und blieben in einiger Entfernung stehen, um das Szenario zu beobachten. Es ließ sich situationsbedingt offensichtlich nicht vermeiden, daß uns die Frau bemerkte und sehr wahrscheinlich aus einem Empfinden von Peinlichkeit die Örtlichkeit rasch verließ. Betroffenheit löste diese Wahrnehmung aus; vielleicht auch insbesondere deshalb, weil wir gegenwärtig einen Fall recherchieren, bei dem es um einen angesehenen Bürger dieser Stadt geht, der über eine monatliche Pension verfügt, für die andere Menschen Monate arbeiten müssen, und sich durch Ausnützung seiner Stellung im öffentlichen Leben an Fremdgeldern über einen sehr langen Zeitraum unrechtmäßig bereichert hat.

Da gibt es Leute, die sich den überwiegenden Teil ihres Lebens in der sogenannten Oberschicht bewegen, bei denen über Verbrechen hinweggesehen wird und andere, denen jeder neue Tag die gleiche Aufgabenstellung bereitet: für ein gesichertes Dach über den Kopf, warme Mahlzeiten und Kleidung für ihre Kinder zu sorgen.

Alttextilien

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