BILLA – Wenn Warenangebot mit technologischem Fortschritt nicht einhergeht

Über Jahre hindurch fristete die Filiale des BILLA im Zentrum der Stadt Hainburg/Donau auf der Ungarstraße ein Dasein, das den laufenden Gerüchten und Äußerungen zur bevorstehenden Schließung Nahrung verschaffte. Keine für Kunden sichtbare Modernisierung und von Konsumentenandrang im Verhältnis zu zeitgerecht adaptierten Supermärkten konnte auch nicht gerade gesprochen werden. Im Osten der Stadt entstand ein kleines Gewerbegebiet, in dem sich im Laufe der vergangenen Jahre einige Handelsketten ansiedelten, und so rosig, betrachtet man die Stadtentwicklung der vergangenen 20 Jahre, ist es um Hainburg auch nicht wirklich bestellt. Zahlreiche leere Geschäfte sowie zum Verkauf stehende Häuser prägen das Stadtbild – Perspektiven gebe es, allerdings bedurften diese auch mehr als nur Willensbekundungen seitens lokaler Politiker.

Der "neue" BILLA im Stadtzentrum von Hainburg/D.
Der „neue“ BILLA im Stadtzentrum von Hainburg/D.

Im Winter eröffnete dann im Bereich der Westeinfahrt von Hainburg eine Filiale des ZIELPUNKT, worauf zahlreiche Hainburgerinnen dem vernachlässigten und dahinsiechenden BILLA, der nur einige Hundert Meter entfernt ist, schlechte Zukunftsaussichten attestierten.

Doch Konkurrenz belebt bekanntlich so Manches und einen Standort, auch wenn dieser ggf. nicht überschwenglich profitabel wirtschaftet, einfach aufzugeben, das machen Großkonzerne, wie der zur REWE Group Austria gehörende BILLA, dann manchmal allein aus strategischen Gründen, nicht gerne. In der Bevölkerung hätte dies Aussagen wie: „Der ZIELPUNKT wird dem BILLA den Rest gegeben …“ nur bestätigt.

Offensichtlich entschloß sich die BILLA AG dann anstelle eines Schrittes zurück, den nach vorne zu machen: Von 6. Juni bis 22. Juni waren die Pforten unerwartet wegen Umbaus geschlossen. Am 23. Juni präsentierte sich BILLA dann innen und außen in einem Bild, das dem modernen Stand der Technik, der Ausstattung und des Warensortiments der Gegenwart entsprach. Eine durchaus positive Resonanz war aus der Bevölkerung zu entnehmen.

Was nützt modernste Technik, wenn Dienstnehmer nicht mithalten
Was nützt modernste Technik, wenn Dienstnehmer nicht mithalten?

Gerade im Bedienungsbereich für kleine Fertigspeisen, Back-, Wurstwaren und Käse erweiterten sich so manche Pupillen des Betrachters – nunmehr ein BILLA, der ein Einkaufserlebnis bescheren könnte. Aber eben nur könnte, weil dieses doch so Manchen vereitelt wurde. Denn vier Mal war unser Vertreter seit Eröffnung in dem neuen BILLA um einfach eine banale Leberkässemmel zu erwerben. Drei Mal am Nachmittag und letztens am 1.7. um 11:50 Uhr – jedes Mal die gleiche Antwort: „Es gibt keinen mehr“. Auf die Nachfrage, warum nicht einmal am späten Vormittag ein normaler Leberkäse zur Verfügung stünde unter dem Hinweis, daß bereits drei vorangegangene Kaufversuche in Ermangelung der Verfügbarkeit scheiterten, erhielt er als Antwort, daß man einen „hineingeben“ könne, bis der jedoch fertig wäre, würde es etwa 10 Minuten dauern, was dankend abgelehnt wurde. Und als Ausweichprodukt am 1.7. sollte es dann ein einfaches Eis sein. Der Blick auf die Tiefkühltruhe trübte allerdings angesichts der dort vorhandenen Leere jegliche Genußfreuden. „Wir haben heute kein Eis, weil …“ – doch das interessierte nicht mehr.

Zum vierten Mal wurde der BILLA frustriert verlassen, ein Supermarkt in dem man den Eindruck gewinnt, daß einzelne Beschäftigte mit dem technischen Fortschritt und der damit einhergehenden gesteigerten Kundenfrequenz nicht mithalten können oder wollen …

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